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28.03.17

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"Das Vorhaben muss Ende Juli fertig sein"

Anfang März beginnen Investitionen in Wurzen / Betriebsleiter Rätze vom Abwasserzweckverband Muldenaue zieht Bilanz

Wurzen/Bennewitz. Als die Gemeinde Bennewitz 2013 aus der Not heraus für ihre kränkelnde Abwasserentsorgung um einen starken Partner warb, bot Wurzen sofort Hilfe an. Die Allianz wurde wenig später per Votum beider Parlamente besiegelt - in Form eines gemeinsamen Abwasserzweckverbandes (AZV).

Mittlerweile ist ein Jahr nach der Gründung vergangen. Was sich bislang getan hat und in Zukunft geplant ist, beantwortet Betriebsleiter René Rätze im Interview.
Welche Ergebnisse können Sie resümieren? Lief das Premierejahr für den neuen Verband erfolgreich?
Bennewitz und Wurzen haben die Aufgabe der Abwasserbehandlung und Entsorgung zum 1. Januar 2014 auf den neu gegründeten AZV Muldenaue übertragen. Als Grundlage für die Arbeit waren zuerst Satzungen zu entwerfen. Die Verbandsversammlung hat so bereits im Januar 2014 die Abwasser- und die Abwassergebührensatzung als wichtigste Instrumente beschlossen. Im kaufmännischen Bereich waren die Voraussetzungen für die Gebührenerhebung zu schaffen. So erstellten wir im ersten Quartal die Kundendatenbank für nunmehr rund 6500 Kunden. Parallel dazu wurden die Daten aus den bisherigen Wirtschafts- und Investitionsplänen des Eigenbetriebs und der Gemeinde erfasst, zusammengeführt und für den Wirtschafts- und Finanzplan 2014 bis 2017 weiterentwickelt.
Und was tat sich bislang im investiven Bereich?
Der AZV hat die abwasserseitige Erschließung von 240 Einwohnern des Ortsteils Streuben und eines Teils von Kühren mit Gesamtkosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro abgeschlossen. Unter Federführung der Stadt Wurzen wurde die Schmutzwasserkanalisation An der Mauer mit Kosten von rund 66000 Euro erneuert. In der Nordstraße von Kühren errichteten wir eine Regenwasserleitung für die Straßen- und teilweise Grundstücksentwässerung. Dies war Voraussetzung für den Bau der neuen Kindertagesstätte. Weiterhin starteten im November die Bauarbeiten für die Erschließung des Wurzener Ortsteils Pyrna. Nicht zuletzt betreuten wir über das Jahr hinweg die Planungen für die Erschließung der Orte Dehnitz, Nepperwitz, Trebelshain sowie den Ersatzneubau der Mischwasserkanalisation der Wurzener Karl-Marx-Straße.
Das ist ja ein sehr pralles Päckchen
Moment, ich bin noch nicht fertig. Denn als wesentliche Voraussetzung für die ab diesem Jahr gesetzlich notwendige Erhebung von Niederschlagswassergebühren schrieben wir im zweiten Quartal 2014 die Ermittlung der Flächendaten aus. Daraufhin wurden die Ortsteile der Gemeinde Bennewitz beflogen, die Flächen digitalisiert und die versiegelten Grundstücksflächen in Korrespondenz mit den Grundstückseigentümern ermittelt. In Kenntnis dieser Daten konnten wir unter anderem die Gebühr für die Niederschlagswassereinleitung kalkulieren lassen. Insofern behaupte ich, dass die Mitarbeiter des AZV die zu bewältigenden Aufgaben erfolgreich erfüllt haben. Zur letzten Verbandsversammlung wurde über die Gebührenkalkulation für den Bennewitzer Raum von 2012-2013 sowie von 2015-2016 informiert.
Welche Gründe gab es dafür?

Die Gebühren für die Abwasserentsorgung der Gemeinde Bennewitz waren bis zum 31. Dezember 2014 kalkuliert. Daher mussten wir für den Zeitraum ab 1. Januar 2015 eine neue Gebührenkalkulation erstellen. Und zwar aus dem Grund, da ab diesem Zeitpunkt auch in Bennewitz Niederschlagswasser- und Abwassergebühren für die Entleerung der Kleinkläranlagen und abflusslosen Gruben zu erheben sind. Als Kalkulationszeitraum wählten wir die Jahre 2015 und 2016, weil für Wurzen bis dahin bereits eine Gebührenkalkulation existiert.
Wie bereits Mitte 2014 ver­sprochen, sollte die Gebührenkalkulation für Schmutz-, Niederschlagswasser und Entsorgung harmonisiert werden, um in einer gemeinsamen Gebührensatzung zu münden. Wann ist es so weit?
Eine Zusammenführung der Gebühren ist vor dem 31. Dezember 2016 nicht möglich, da dem AZV bisher keine eigenen Betriebsergebnisse beziehungsweise Jahresabschlüsse zur Verfügung stehen. Zum Zeitpunkt der Kalkulation befanden wir uns ja noch mitten im Gründungsjahr. Als Grundlage für die Gebührenerhebung ab dem 1. Januar 2017 dienen dann die Jahresabschlüsse 2014, 2015 sowie der Wirtschafts- und Finanzplan 2016 und Folgejahre. Schwierigkeiten erwarten wir dabei keine.
Können Sie schon Aussagen über die Höhe der Gebühren machen? Schließlich äußerten Kritiker im Vorfeld die Befürchtung, dass Wurzener dann mehr zahlen müssen.
Darüber, wie die zukünftige gemeinsame Abwassergebühr aussieht, lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognosen abgeben.
Welche Schwerpunkte setzt der AZV im Jahr 2015?
Die weitere Umsetzung der Abwasserbeseitigungskonzepte und die damit verbundene zum Teil auch restliche Erschließung weiterer zehn Ortsteile stehen 2015 auf dem Programm.
Und wo wird dieses Jahr investiert?
Gleich ab Anfang März geht es mit dem Ersatzneubau der Mischwasserkanalisation in der Wurzener Karl-Marx-Straße los - vom Wettinerplatz bis zur Parkplatzeinfahrt Lidl. Das Vorhaben muss bis Ende Juli, also vor dem Tag der Sachsen, abschlossen sein. Dafür haben wir 270000 Euro im Plan. Sobald uns die Zuwendungsbescheide vorliegen, werden wir die Resterschließung von Burkartshain, Mühlbach und Wäldgen fortsetzen sowie mit der Erschließung von Nepperwitz, Oelschütz und Dehnitz beginnen. Insgesamt haben wir für diese Projekte rund zweieinhalb Millionen Euro eingeplant.
Interview: Kai-Uwe Brandt

Quelle: LVZ vom 18.02.2015, Seite 30