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28.03.17

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Vom Gegner zum Verbandschef

AZV Muldenaue

Bernd Laqua spricht über Investitionen und Ziele des jungen Abwasserzweckverbandes Muldenaue

Von Kai-Uwe Brandt
Wurzen/Bennewitz. Bernd Laqua nimmt kein Blatt vorm Mund: Er sei einst "erklärter Gegner" des neuen Abwasserzweckverbandes (AZV) Muldenaue gewesen. Heute steht Bennewitz' Bürgermeister (parteilos) an der Spitze des Zusammenschlusses der Stadt Wurzen und der Gemeinde Bennewitz.

Die junge Allianz beider Kommunen - das Gründungsdatum ist der 1. Januar dieses Jahres - geht also demnächst in den achten Monat. Grund genug für Laqua und Betriebsleiter René Rätze, erstmals Bilanz zu ziehen. Und diese fällt durchweg positiv aus. "Alles in allem muss ich sagen, dass wir sehr gut zusammengewachsen sind", resümiert Laqua. Zwar gab es anfangs sehr wohl Probleme, doch der Verband reife von Woche zu Woche zu einer Einheit. So hätten sich die Mitarbeiter aus Wurzen in die Bennewitzer Technik eingearbeitet und umgedreht. "Im Umgang herrscht Kameradschaft, wie ich beim jüngsten Biwak feststellen durfte", betont Laqua mit Blick auf die Vorgeschichte.
Denn die Fusion zwischen Wurzen und Bennewitz falle wahrlich nicht unter die Kategorie Liebeshochzeit, erinnert sich Rätze noch gut an die Ausgangslage. Immerhin kränkelte Bennewitz' Abwasserentsorgung an vielerlei Stellen, unter anderem weil der damalige Klärwerksmeister in Rente ging und "die Kläranlage nicht optimal wirtschaftete". Es galt einen starken Partner zu suchen. Der Wurzener Eigenbetrieb gehörte zu einem von drei Bewerbern und gewann letztlich das Rennen um den Schulterschluss. Am 29. Mai des Vorjahres gab hierzu der Stadtrat Wurzen seinen Segen, am 12. Juni der Gemeinderat Bennewitz.
"Mit dem Beschluss des Wirtschaftsplanes für 2014 am 8. Juli verfügt der AZV Muldenaue nunmehr auch über einen Arbeitsplan", sagt Laqua und bleibt Details des Einnahme-Ausgabe-Papiers keineswegs schuldig. "Nur zum Verständnis: Wir werden 2014 keine großen Gewinne erwirtschaften. Die Summe der Erträge beläuft sich auf 4,1 Millionen Euro, die der Aufwendungen auf 3,9 Millionen." Dennoch, so Laqua, habe sich der AZV viel vorgenommen. Allein 2,8 Millionen Euro sollen nämlich investiert werden. Geld fließe zum Beispiel in die vollständige Abwassererschließung nach Nepperwitz. "Momentan verzögern sich die Arbeiten etwas aufgrund des Dammbaus.". Ebenfalls in den Plänen verankert sind die Abwasserbeseitigung in gesamt Bennewitz, der Ausbau des Ortsnetzes inklusive Kläranlage in Pyrna sowie die Resterschließung des Burkartshainer Ortsnetzes in zwei Jahresscheiben. Neben dem fixierten Kapitaleinsatz richten Laqua und Rätze zugleich ihren Blick auf die nächsten Schwerpunkte des AZV. "Was liegt vor uns? Zum einen die Ermittlung der versiegelten Flächen in Bennewitz." Fotos aus der Luft lägen schon vor, jetzt erfolge die Beteiligung der Einwohner. "Zum anderen wollen wir ab August die Gebührenkalkulation für Schmutz-, Niederschlagswasser und Entsorgung überarbeiten." Das hehre Ziel heiße laut Laqua, "eine harmonisierte Gebührensatzung bis Anfang 2015 zu präsentieren". Wie schwierig dies sein wird, wissen beide allzu genau, da Wurzener derzeit 3,05 Euro pro Kubikmeter Wasser zahlen, Bennewitzer 3,11 Euro plus zehn Euro pro Monat Grundgebühr. Die von Kritikern des neuen AZV befürchtete Gebührenerhöhung für Wurzener schließt Laqua dabei kategorisch aus.

Mit Beschluss der Parlamente Wurzens und Bennewitz' wurde der AZV Muldenaue zum 1. Januar dieses Jahres gegründet, die konstituierende Sitzung fand am 16. Januar statt. Das Verbandsgebiet umfasst eine Fläche von 11 500 Hektar mit circa 22000 Einwohnern. Die Einwohnerdichte beträgt in Wurzen 244 Einwohner pro Quadrat­kilometer, in Bennewitz 117. Insgesamt hat der AZV 5500 Kunden, 4000 in Wurzen und 1500 in Bennewitz. Betriebsleiter ist der ehemalige Chef des Eigenbetriebes Abwasserentsorgung Wurzen, René Rätze, Verbandsvorsitzender der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua. Der Verbandsversammlung gehören je fünf Mitglieder des Gemeinderates Bennewitz und des Stadtrates Wurzen an. kub

 

Sie ziehen die erste Bilanz des Verbandes im Duett: Betriebsleiter René Rätze (links) und Verbandsvorsitzender Bernd Laqua. Foto: Kai-Uwe Brandt

 

Quelle: LVZ vom 29.07.2014, Seite 74