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Utz Leischnig: "Es muss einzigartig sein"
Wurzen. Der Gast bricht sich ein Stück Wurzener Keks vom Knusperhäuschen der Hexe. Er lässt sich von Schneewittchen zum Kauf knackiger Roitzscher Äpfel verleiten. Wer es deftig mag, genießt Falkenhainer Ziegenkäse am Tisch der sieben Geißlein. Eine Vision: Der Wurzener Bahnhof lockt unzählige Besucher und präsentiert das Tischlein-Deck-Dich der Region.
Projekt Themenbahnhof nennt sich das Ganze - auch ohne märchenhafte Ausschmückung. Denn ob sich zu diesem Thema hier Ernährungsindustrie und Tourismus verbinden lassen, ist bislang lediglich ein Vorschlag von Utz Leischnig.
Klar ist indes, dass der Haltepunkt als Tor zum nordöstlichen Muldentalkreis eine Aufwertung braucht. Deshalb saßen kürzlich Ulrich Heß, Chef der Standortinitiative Wurzen, Oberbürgermeister Schmidt, Hartmut Usbeck - dessen Büro das regionale Entwicklungskonzept für den Muldentalkreis federführend erarbeitete - Unternehmen der Region und Utz Leischnig als Pächter des Bahnhofes zusammen. "Der Ursprung ist ein Programm des Sächsischen Wirtschaftsministeriums, Bahnhöfe im Freistaat thematisch zu gestalten. Wir brachten Wurzen ein und bekamen eine positive Reaktion aus Dresden", erklärt Heß. Unabhängig davon entstand im Entwicklungskonzept für den Kreis die Idee, regionale Ernährungswirtschaft, Gesundheit und Tourismus zu einer Wertschöpfungskette zu verbinden. Im Bahnhof Wurzen könnten sich die Ideen zum Gesamt-Projekt verknüpfen. "Die Stadt wird mit Prof. Usbeck die Fördermöglichkeiten prüfen", so OB Schmidt. Davon sei abhängig ob und in welcher Weise sich hier Unternehmen der Region zeigen.
Utz Leischnig gibt zu bedenken: "Wenn es funktionieren soll, muss es einzigartig sein.Auch die Optik lockt Gäste. Niemand interessiert sich für einen Porsche-Motor im üblichen Auto. Mit dem Motto Märchen ließe sich alles beispiellos präsentieren."
Conny Hanspach
Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 14. Oktober 2004
erstellt: 14. 10. 2004
