Projekt initiiert Aufbau von Büro für Jugendkultur

Projekt initiiert Aufbau von Büro für Jugendkultur

Wurzen (r). Mit dem Monat März startete das Projekt "Jugend wird aktiv - Aufbau eines Jugendkulturbüros im Landkreis Leipzig". Das von drei neuen Mitarbeitern begleitete Projekt richtet sich an Schüler sowie junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren, die mit individuellen Entwürfen und kulturellen Aktivitäten in ihrem Gemeinwesen mitwirken wollen. "Das Projekt wendet sich bewusst an Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund, verschiedenen religiösen Ansichten sowie an junge Menschen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Wirkungskreisen," erklärt Miroslav Bohdlek, Projektmanager beim Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK) in Wurzen.
Das Projekt, das von der "Aktion Mensch" gefördert wird und auf drei Jahre angelegt ist, verfolgt das Ziel, Jugendliche zur eigenständigen Planung von jugendrelevanten kulturellen Angeboten im Landkreis und den eigenen Gemeinden zu befähigen. Lernen am realen Fall und das Motto "Hilf Dir selbst" sind bei der Vermittlung der Grundkompetenzen wesentliche Faktoren, unterstreicht Melanie Junkert, eine Mitarbeiterin des Projektes. Die Jugendlichen sollen lernen, eigene Ideen zu entwickeln, Kulturvorhaben zu planen und diese gemeinsam mit anderen Trägern und Einrichtungen selbstständig umzusetzen. "In diesem Kontext sollen das bereits bestehende "Cross-over"-Festival weiterentwickelt und Musik-Workshops an Schulen durchgeführt werden, um Kompetenzen im Bereich des Projekt- und Veranstaltungsmanagements bei den beteiligten Jugendlichen auszubauen" sagt Tobias Burdukat, der dritte Mitarbeiter im Bunde. Besonders interessierte Schüler erhalten die Möglichkeit, in den Ferien an zwei Workcamps teilzunehmen und die gewonnenen Kenntnisse zu vertiefen und praktisch anzuwenden.
Die infrastrukturellen Angebote für Jugendliche im Landkreis sind verstärkt von weiten Wegstrecken geprägt. Insbesondere in strukturschwächeren Regionen versuchten zudem Neonazis mittels erlebnisorientierter Aktivitäten, jugendkulturellen Veranstaltungen wie Konzerten oder Familienfesten, potenzielle Anhänger- und Wählerschaft zu erschließen, hieß es in der Stellungnahme des NDK weiter. Daraus ergebe sich ein erhebliches Gefahrenpotential für die Demokratie und insbesondere für das Mitwirken und die Entfaltung junger Menschen vor Ort.

Leipziger Volkszeitung vom 16.3.2012        

erstellt: 19. 03. 2012