Arbeitslosigkeit im nördlichen Muldental auf Tiefststand im Agenturbezirk / Deutlicher Rückgang

Muldental. Wenn die Agentur für Arbeit in Oschatz ihre Monatsberichte zur Arbeitslosigkeit vorlegt, genießt die von der Geschäftsstelle Wurzen betreute Region regelmäßig eine Sonderstellung. Auch in der Abschlussbilanz für 2011 ist das nicht anders. Mit einer Arbeitslosenquote von acht Prozent besaß die Region Wurzen als einzige im Agenturbezirk zum Jahresende einen einstelligen Wert.
Auf Platz zwei im Agenturbezirk landete die Geschäftsstelle Grimma. Sie wies für die Region des südlichen Muldentals eine Quote von 10,4 Prozent aus und liegt damit noch knapp unter dem Agenturdurchschnitt von 10,8 Prozent. Die Regionen Oschatz (11,4 Prozent), Döbeln (12,0 Prozent) und Torgau (12,7 Prozent) konnten mit den Werten im Muldental nicht Schritt halten und trieben die Durchschnittsquote nach oben.

Noch deutlicher fällt der Spitzenplatz der Wurzener Region bei den Veränderungen gegenüber dem Vorjahr aus. Mit 10,5 Prozent wies das nördliche Muldental zwar auch schon im Dezember 2010 die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk aus, doch seitdem ging die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung noch einmal um satte 22,9 Prozent zurück. Eine derart heftige Positiventwicklung gab es in keinem anderen Geschäftsstellenbereich. Mit 13 Prozent Rückgang wies auch bei diesem Vergleich die Region Grimma den zweitbesten Wert auf, Döbeln und Oschatz folgten mit Rückgängen von 11,9 und 11,2 Prozent. Dass der Durchschnittswert im Agenturbezirk lediglich bei 6,8 Prozent Rückgang lag, dafür war die Torgauer Region verantwortlich: Hier stieg die Zahl der Beschäftigungslosen seit Dezember 2010 sogar um 0,2 Prozent an, die Arbeitslosenquote kletterte von 12,5 auf die aktuellen 12,7 Prozent.

In absoluten Zahlen bedeutet die Quote, dass im Bereich der Agentur-Geschäftsstelle Wurzen im Dezember 2011 insgesamt 2490 Personen arbeitslos gemeldet waren. Die meisten davon lebten erwartungsgemäß in der größten Stadt der Region, in Wurzen selbst (1151). In Brandis registrierte die Agentur 322 Personen, in Borsdorf 260, in Machern 207, in Falkenhain 168, in Bennewitz 163, in Thallwitz 142 und in Hohburg 77. In der Region Grimma waren insgesamt 3855 Personen arbeitslos gemeldet. Davon wohnten in Grimma 1759, in Colditz 604, in Bad Lausick 426, in Naunhof 401, in Trebsen 224, in Belgershain 137, in Parthenstein 130, in Mutzschen 124 und in Otterwisch 50 (Ortsangaben vor den aktuellen Fusionen).

Auch wenn die Entwicklung in der Region Wurzen noch dynamischer war als in der Region Grimma, beide trugen zum Fazit von Agenturchefin Marlies Hoffmann-Ulrich bei. “Die insgesamt gute Auftragslage der regionalen Unternehmen sorgte über das ganze Jahr dafür, dass weniger Arbeitnehmer entlassen wurden”, erklärte sie. “Die Unternehmen haben augenscheinlich ihr Personal gehalten und zudem neu eingestellt.” Heinrich Lillie

Leipziger Volkszeitung vom 26.01.2012