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Blick vom Kirchturm
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Stadtmarketing
Katrin Hussock erhält keinen neuen Vertrag
Wurzen (r). "Wurzen wird das Stadtmarketing in einer anderen Form weiterführen, der Honorarvertrag mit Katrin Hussock wird nicht verlängert." Das gab Oberbürgermeister Jörg Röglin gestern in einer Pressemitteilung bekannt. Die Entscheidung resultiere aus der öffentlichen Debatte um Hussock, die auch in der LVZ geführt wurde. In seinen Augen habe Hussock dabei einen Vertrauensbruch begangen.
Grundsätzlich bedauere er diese Entwicklung sehr, so Röglin. Hussock habe sehr gute Arbeit geleistet und maßgeblich zum Aufbau des Stadtmarketings in Wurzen beigetragen. Die mehrheitliche Zustimmung des Kulturausschusses zur Fortführung der Honorarstelle sei - ungeachtet einer zweijährigen Befristung - als langfristiges Bekenntnis zu Hussock zu werten gewesen. Röglin erinnerte daran, dass die Verlängerung des Vertrages der Freiberuflerin vor zwei Jahren maßgeblich in der Durchführung des Landeserntedankfestes begründet war. "Diesmal aber gab es kein Fest oder ähnliches. Daher war es als eine generelle Entscheidung zu verstehen, dass Wurzen das Stadtmarketing beständig fortführt."
Auf dieses Bekenntnis in der Öffentlichkeit mit dem Hinweis auf andere Interessenten (Anm.d.Red.: Grimma) zu antworten, empfinde er als Vertrauensbruch, so Röglin. Grundsätzlich unproblematisch sei, dass sich Hussock um weitere Aufträge bemühe. "Es wirkt hingegen befremdlich, wenn dies öffentlich dargestellt wird und damit die Stadt in der Werbung um ihre Mitarbeit zum Meistbietenden werden muss." Röglin betonte nachdrücklich, dass Wurzen weiter am Stadtmarketing festhalte und dieses noch ausbauen wolle. Die Umsetzung dieses Vorhabens müsse nun unter neuen Vorzeichen erarbeitet werden.
Röglin muss Hussocks Flirt mit Grimma besonders getroffen haben, hatte er sich zuvor doch stets für ihre Weiterbeschäftigung eingesetzt. Unabhängig vom Taktieren der bisherigen Stadtmarketingkoordinatorin machten sich zuletzt noch einmal Akteure der AG Innenstadt der Standortinitiative für sie stark. In einem Schreiben an die LVZ hieß es: "Wir setzen uns entschieden dafür ein, dass Katrin Hussock die erfolgreiche Arbeit weiterführen kann." Dieser Einsatz kam aber offenbar zu spät. In der Diskussion ums Stadtmarketing bleiben noch viele Fragen offen. In der Personalie Hussock hingegen sorgte Röglin gestern für klare Verhältnisse.
Leipziger Volkszeitung vom 8.12.2011
erstellt: 08. 12. 2011
