Stadt soll über Fusionen nachdenken

Stadt soll über Fusionen nachdenken

Verein plant Gesprächsrunde der Wurzener Verwaltung mit Thallwitz, Bennewitz und Hohburg

Wurzen (kol). Die Standortinitiative Wurzen hat die Stadt dazu aufgefordert, sich Gedanken über mögliche Fusionen zu machen. Dies teilte der Verein in einer Pressemitteilung mit. Nach dem Jahreswechsel sollen die Verantwortlichen aus der Ringelnatzstadt, aus Bennewitz, Thallwitz und Hohburg auf Initiative zusammenkommen, um dort die möglichen Schritte zu beraten. Andreas Berkner von der Regionalen Planungsbehörde hat sein Kommen bereits angekündigt. Er hatte vor rund drei Wochen in einem Gespräch mit der LVZ an die Stadtverwaltung Wurzen appelliert, ihren Status als Mittelzentrum zu festigen.
Die Standortinitiative Wurzen hat ebenfalls Bedenken, dass die Domstadt in den kommenden Jahren diesen Status vielleicht sogar einbüßen könnte. Auch wenn das Innenministerium betont, dass sich das Zentrale-Orte-System in den vergangenen Jahren bewährt habe und bisherige Mittelzentren im nächsten Landesentwicklungsplan nicht auf den Prüfstand gestellt werden sollten. Landespolizeipräsident Bernd Merbitz teilte im Auftrag des Innenministers Markus Ulbig (CDU) auf Anfrage des Vereins abermals mit, dass Wurzen weiterhin Mittelzentrum bleibe. "Die Mittelzentren sollen entsprechend ihrer zentralörtlichen Einstufung auch zukünftig als Schwerpunkte des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens im Freistaat Sachsen sowie als ÖPNV-Knotenpunkte und somit als bevorzugte Standorte für die überörtlichen Einrichtungen des Bedarfs der Bevölkerung und der Wirtschaft gestärkt werden", zitiert die Standortinitiative ihn.
Wichtig im Hinblick auf die Stärkung der Mittelzentren ist laut Merbitz aber auch, dass die Mittelzentren eine aktive Rolle für ihr Umland übernehmen. Zentrale Orte müssten entsprechend ihrer Funktion und Einstufung Aufgaben für die Gemeinden ihres jeweiligen Verflechtungsbereichs wahrnehmen. Das bedeute für die Stadt Wurzen, "weiterhin den Dialog mit den Umlandgemeinden zu suchen, gemeinsame Potenziale herauszufinden und diese Kräfte zu bündeln", so der Landespolizeipräsident. Auch in dieser Richtung wolle die Staatsregierung durch den Landesentwicklungsplan 2012 und weitere Initiativen zukünftig klare Signale setzen.
Die Standortinitiative versteht gerade Letzteres als Forderung, dass Wurzen mit den Nachbargemeinden ins Gespräch kommen müsse. Daran soll die geplante Runde in den nächsten Wochen anknüpfen.

Leipziger Volkszeitung vom 30.11.2011



erstellt: 30. 11. 2011