Cryotec will neue Arbeitsplätze schaffen

Cryotec will neue Arbeitsplätze schaffen

Geschäftsführer David Kirsten wirbt für Umzugspläne / Stadtrat stimmt zu

Wurzen (kol). Das Unternehmen Cryotec will seine Belegschaft perspektivisch von derzeit 30 auf bis zu 45 Arbeitsplätze ausweiten. Dies sagte dessen Geschäftsführer David Kirsten während einer Sitzung des Wurzener Stadtrates, bei dem ihm ausnahmsweise das Wort erteilt wurde. Denn Kirsten war nur als Besucher erschienen, um der Abstimmung über die Grundstücksfragen beizuwohnen, von denen ein Umzug Cryotecs innerhalb Wurzens abhängt. Kirsten versuchte die Zweifel zu zerstreuen, dass das Unternehmen das Grundstück an der Dresdener Straße vielleicht doch nicht nutzen werde.
"Unsere Pläne sind ein klares Bekenntnis für die Stadt", so Kirsten. Am jetzigen Standort in der Industriestraße seien die Gegebenheiten nicht optimal für sie: "Wir sind dort in einem Mietvertrag." Die vermietende Firma habe sich aber selbst stark erweitert, so dass Cryotec Bedenken habe, ob es seine Produktion auch zukünftig sauber durchführen könne. Einen konkreten Zeitplan für den Umzug und die Erweiterung der Produktion wollte Kirsten aber nicht nennen. Generell sei ein Scheitern der Umzugspläne noch möglich.
Der Stadtrat stimmte den Vorlagen der Verwaltung trotzdem zu. Die Verwaltung kann so ihr Grundstück an der Dresdener Straße an Cryotec verkaufen. Zudem wird die Firma die benachbarte Fläche vom Freistaat erstehen. Auf dem ehemaligen Gelände der Ersten Baugesellschaft Leipzig AG (EBL) wollte dieser eigentlich einen neuen Fuhrpark für seine Straßenmeisterei errichten. Die Stadt Wurzen stellt der Straßenbauverwaltung dafür aber mehrere Flurstücke im Gewerbegebiet Nord zur Verfügung. Auch die Weitergabe der vom Land zugesagten Fördermittel in Höhe von 150000 Euro für die Instandsetzung der EBL-Flächen wurde vom Stadtrat abgesegnet. Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) hatte während der Sitzung stark darum geworben, Cryotec keine Steine in den Weg zu legen. "Wir haben dem Unternehmen auch andere Grundstücke angeboten, aber nur die Dresdener Straße war geeignet", sagte er. An anderen Standorten könnten Lkw, die die sehr großen Anlagen der Wurzener Firma transportierten, nicht ausreichend rangieren oder die Bundesstraße ohne Probleme erreichen.
Die Haushaltsmittel, die die Stadt Wurzen investiert - sie beteiligt sich an der Aufbereitung der Fläche für die Zwecke des Unternehmens mit 50000 Euro -, seien gut eingesetzt, so Röglin: "Cryotec ist keine Kuchenbude. Es ist ein Unternehmen, das weltweit agiert."

Leipziger Volkszeitung vom 11.11.2011



erstellt: 15. 11. 2011