Stetig zum Erfolg

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Gestriger Abend liefert den Beweis: Nachtshopping ist zu einer festen Größe in Wurzen geworden

Wurzen. Das Nachtshopping hat sich in Wurzen etabliert. Der gestrige Abend lieferte den Beweis: Es hat den Event-Charakter bekommen, den sich die Organisatoren versprochen hatten. Auch die Händler sind zufrieden.
Während die Wurzener Innenstadt in der Woche abends gegen 19.30 Uhr kaum Menschen anzieht, ist das Bild beim Nachtshopping längst ein anderes. Kunden schauen in dieses oder jenes Geschäft, flanieren durch die Gassen und bleiben für einen Plausch stehen. In seinem dritten Jahr ist die Veranstaltung zu einem festen Bestandteil des Stadtlebens geworden.
"Das Nachtshopping hat sich als Veranstaltung in der Wurzener Region als Event etabliert", sagt Stadtmarketingkoordinatorin Katrin Hussock. Auch sie habe dies anfangs nicht vermutet. "Die erste Ausgabe lief noch etwas schleppend, weil nicht so viele Händler mitgemacht haben. Aber seitdem sind die Straßen beim Nachtshopping immer voll." Sie führt den großen Zuspruch vor allem darauf zurück, dass die Wurzener Gewerbetreibenden sich nicht damit begnügen würden, die Öffnungszeiten an einem Tag extrem zu verlängern. Vielmehr wird das Nacht-shopping immer mit einem Thema verbunden - die gestrige Ausgabe trug den Titel "Es war einmal in Wurzen ...". Dazu werden passende Aktionen durchgeführt. Dies hatten die Wurzener verlangt, wie eine Umfrage zur Innenstadtsituation vor drei Jahren gezeigt hatte: "Die Leute wünschten sich, dass es mehr Events in ihrer Stadt gibt. Genau dies leistet das Nachtshopping", sagt Hussock.
Auch die Händlerschaft zeigt sich bei der zweiten Veranstaltung in diesem Jahr zufrieden. Motivationsprobleme gebe es fast gar nicht, sagt Birgit Hessel, Innenstadtbeauftragte der Standortinitiative, die die Organisation des Nachtshoppings übernommen hat. "Natürlich wäre es schön, wenn sich noch mehr Geschäfte beteiligen würden. Aber es gibt immer einen großen festen Stamm an Händlern, auf die wir uns verlassen können." Zumal sich der Aufwand lohne: Über fehlenden Umsatz könnten sich die Gewerbetreibenden nicht beschweren. Genaue Zahlen gibt es zwar nicht, doch dieser Eindruck wird auf Nachfrage bestätigt.
"Natürlich lohnt sich das Nachtshopping", sagt beispielsweise Heidi Jentzsch, die ein Bekleidungsgeschäft in der Martin-Luther-Straße führt. Sie hat es zur Tradition gemacht, eine Modenschau zu veranstalten. "Man muss den Kunden schon etwas bieten", sagt sie. Doch der Aufwand lohne sich ebenso für sie selbst. "An diesen Abenden verkaufe ich mehr. Auch in den Tagen danach habe ich beobachtet, dass die Kunden vor allem die Stücke nachfragen, die sie bei der Präsentation gesehen habe."
Der Erfolg des Nachtshoppings soll allerdings nicht überstrapaziert werden. Eine dritte Ausgabe pro Jahr sei erst einmal nicht angedacht, sagt Katrin Hussock. "Wir sollten abwarten, wie die längeren Öffnungszeiten im nächsten Jahr angenommen werden." Kai Kollenberg

Theater: Vor dem "Kräuterfee"-Laden wurde eine Episode aus der Geschichte der Jacobsgasse 12 erzählt. Foto: Andreas Röse

Leipziger Volkszeitung vom 5.11.2011



erstellt: 07. 11. 2011