Händler testen längere Öffnungszeiten

Händler testen längere Öffnungszeiten

Kunden sollen ab Januar jeden ersten Donnerstag im Monat bis 20 Uhr einkaufen können / Aktion hat ein Jahr Bewährungszeit

Wurzen (kol). Die Innenstadthändler werden im kommenden Jahr ihre Geschäfte an jedem ersten Donnerstag eines Monats bis 20 Uhr öffnen. Dies hat die Arbeitsgruppe Innenstadt der Standortinitiative, in der die Händler organisiert sind, nun beschlossen. "Wir wollen mit diesem Schritt den Wurzenern ein Angebot machen", sagte Birgit Hessel, Innenstadtkoordinatorin des Vereins. Denn seit langem gibt es Klagen, dass die Wurzener Geschäfte früh schließen. Die Händler reagieren nun darauf - wenn auch erst einmal mit Vorsicht.

"Die Innenstadt soll mit dieser Aktion gestärkt werden", sagte Hessel. Sie machte aber deutlich, dass dieser Schritt heftig debattiert wurde. So wurde unter anderem unter den Gewerbetreibenden diskutiert, welcher Tag sich am besten eignen würde, um eine Abwanderung der Kunden in andere Städte verhindern zu können. Der Freitag schien vielen besonders interessant. Durchsetzen konnte sich dieser Vorschlag aber nicht. Die Händler befürchteten, dass gerade kurz vor dem Wochenende die großen Supermärkte und Einkaufszentren stärker frequentiert werden. Mit diesen wollten die Wurzener Geschäftsleute nicht konkurrieren. Der Donnerstag ist nun die Alternative.

Ab Januar soll die neue Öffnungszeitenregelung in Kraft treten. "Wir werden sie ein volles Jahr lang beibehalten", sagte Hessel. Zwölf Monate soll sich der Vorstoß bewähren. Erst danach wollen die Händler die Erfahrungen auswerten. Sie haben bewusst die Probezeit nicht allzu kurz gewählt, damit sich die Wurzener an die neue Situation gewöhnen können. Zudem wollen die Händler sich nicht nachsagen lassen, sie hätten nicht alles versucht, um aus eigener Kraft für eine stärkere Nachfrage zu sorgen. Denn die Stadtverwaltung hatte zu Beginn des Jahres mehr Engagement von Seiten der Händlerschaft gefordert.

Die Gewerbetreibenden begrüßten bei ihrer Zusammenkunft auch die Initiative der Stadt und der Marktleitung, den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr zu vergrößern. "Wir profitieren alle von dem Weihnachtsmarkt", sagte Hessel. "In der Innenstadt ist dann einfach mehr Leben." Es habe sich gezeigt, dass so mehr Laufkundschaft gewonnen werden könne. Wie im vergangenen Jahr wollen die Händler diese Situation in der Adventszeit besonders nutzen: Sie öffnen ihre Geschäfte an den beiden Sonntagen, an denen der Weihnachtsmarkt stattfindet. Ob in diesem Rahmen auch wieder ein Goldener und Silberner Sonntag veranstaltet wird, wo die Auslagen in diesen Farben gestaltet werden, ist allerdings noch offen, wie Hessel bestätigte.

Leipziger Volkszeitung vom 21.10.2011



erstellt: 24. 10. 2011