Vorschlag für den Wirtschaftspreis des Landkreises Leipzig: Der Klimamacher

Vorschlag für den Wirtschaftspreis des Landkreises Leipzig: Der Klimamacher

Maik Stange hat mit seinem Unternehmen EMS Elektro- und Klimatechnik deutschlandweit Erfolg

Wurzen. Auf dem Schreibtisch von Maik Stange liegen unzählige Rechnungen, die er unterschreiben muss. Der Geschäftsführer der EMS Elektro- und Klimatechnik GmbH kann sich über einen Mangel an Aufträgen nicht beklagen. Das Geschäft läuft gut. Stange lächelt. 1,1 Millionen Euro Umsatz hat sein Unternehmen im vergangenen Jahr gemacht, in diesem peilt er 1,5 Millionen Euro an. "Es geht Stück für Stück voran", sagt er. Innerhalb von 13 Jahren hat es Stange so von einem Ein-Mann-Betrieb zum - nach seinen Angaben - größten Dienstleister im Bereich von Klimatechnik gebracht, der zehn Mitarbeiter beschäftigt. Von Wurzen aus bedient er Kunden von Bayern bis Schleswig-Holstein. Von Nordrhein-Westfalen bis nach Brandenburg. 

1998 hatte Stange den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Der gelernte Elektrotechniker nutzte eine Auszeit, in der er seine kleine Tochter betreute, dazu, den Meisterbrief zu machen. "Ansonsten hätte ich mich unterfordert gefühlt", sagt Stange. Als das Kind alt genug war, machte er sich selbstständig. Er bot seine Fähigkeiten an Unternehmen in der Region an. Der Start verlief gut. Natürlich gab es auch Wochen, wo das Telefon mal nicht klingelte, aber der Kührener wurde nicht nervös. "Ich bin jemand, der gerne auch etwas wagt", sagt Stange.

Bis heute ist die Elektrotechnik ein Standbein seiner Firma, auch wenn sie in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung verlor. Denn Stange hatte die Klimatechnik entdeckt. Ein Auftrag für die Firma General Electric war der ausschlaggebende Punkt: Während Stange bei einer Sanierung der Produktionshallen für die Elektronik zuständig war, stellte eine niederländische Firma in den Containern, in die behelfsweise die Produktion ausgelagert worden war, die Klimatechnik. Stange war fasziniert. Er machte den sogenannten Kälteschein, bei dem die Grundlagen der Klimatechnik und die Standards, die dabei zu beachten sind, gelehrt werden. Danach stieg er in dieses Segment ein. Seitdem vermietet er Klimaanlagen an Unternehmen oder andere Einrichtungen wie Schulen, die in Containern im wahrsten Sinne des Wortes für ein gutes Arbeitsklima sorgen wollen. Der Durchbruch auf diesem Markt gelang Stange vor zwei Jahren. Er köderte einen speziellen Auftrag: Stange durfte das improvisierte Sendezentrum für die Fernseh- und Rundfunkanstalten bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin bestücken. Nun mischt er in der Branche vorne mit. Rund 500 Klimaanlagen lässt Stange aktuell in der Republik zirkulieren. Zudem managt er die Ressourcen für ein großes Klimaanlagen-Unternehmen. "Ich kann zufrieden sein", sagt Stange. "Aber es gibt noch Potenzial nach oben." Kai Kollenberg

Leipziger Volkszeitung vom 30.9.2011

 



erstellt: 05. 10. 2011