Wachstum trotz der Krisenjahre

Wachstum trotz der Krisenjahre

Volks- und Raiffeisenbank Muldental legt auf Vertreterversammlung Spitzenergebnis vor

Muldental/Grimma (hei). Keine Gegenstimmen, keine Enthaltungen: Sämtliche Beschlüsse auf der Vertreterversammlung der Volks- und Raiffeisenbank Muldental, ganz gleich ob es um Vorstandsentlastung oder Gewinnverwendung ging, wurden einstimmig gefasst. Grund für derartige Harmonie in der Klosterscheune Nimbschen lieferten sicherlich die Jahresberichte für 2010. Trotz der vergangenen Krisenjahre setzte die Bank ihren Wachstumskurs fort.
Vorstand Frank Seewald sprach von einem außergewöhnlich guten Jahr: Bilanzsumme um 18 Millionen Euro auf 335 Millionen Euro gesteigert, vor allem durch Einlagen der Kunden und der jetzt mehr als 6000 Mitglieder, dynamisches Wachstum bei den Krediten, niedrige Verwaltungskosten und hohe Produktivität. Die Folge: 1,4 Millionen Euro an Steuern abgeführt, dennoch nach Steuern einen Jahresüberschuss von knapp 1,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Davon partizipierten am Ende auch die Mitglieder mit einer Dividende von fünf Prozent. Seewald warnte allerdings vor zu hohen Erwartungen. 2011 rechne er mit einem Konsolidierungsjahr.
Noch deutlicher fielen die Warnungen seines Vorstandskollegen Hans-Josef Nink aus. Trotz der Rekordjahre bleibe ein "mulmiges Gefühl", erklärte er mit Blick auf die Wirtschaftslage in der Welt und speziell in Europa. Die Politik löse keine Probleme, sie kaufe nur Zeit, kommentierte er im Zusammenhang mit der Griechenland-und-anderen-Problematik und attestierte den gewählten Volksvertretern ein "Vertagen, Verschleppen und Durchwurschteln". Es sei höchste Zeit für Opferbereitschaft, Bescheidenheit, Ehrlichkeit und Transparenz, politische Vorbilder mit diesen Tugenden vermisse er allerdings.
Für Nink war es die letzte Rede als Vorstand der VR-Bank, er scheidet am Jahresende auf eigenen Wunsch aus - nicht wegen der Wirtschaftslage, sondern um "nach sieben schönen, aber arbeitsintensiven Jahren" den Ruhestand zu genießen. Seine Nachfolge tritt Carmen Ewald an, die bisher für das Firmenkundengeschäft verantwortlich zeichnete. Aufsichtsratsvorsitzender Jörg Grundig dankte Nink, bezeichnete Ewald als die richtige Wahl und schloss mit Blick auf die Berichte von Nink und Seewald mit den Worten: "Auch wenn es draußen dunkel ist, bei uns brennt Licht."

Wechsel im Vorstand: Hans-Josef Nink (2.v.r.) scheidet zum Jahresende aus, Carmen Ewald arbeitet zukünftig in neuer Funktion mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg Grundig (r.) und Vorstand Frank Seewald zusammen. Foto: Heinrich Lillie

Leipziger Volkszeitung vom 10.6.2011



erstellt: 15. 06. 2011

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