Gea gliedert seine Gesellschaften neu

Gea gliedert seine Gesellschaften neu

Bündelung der Klimaanlagenfertigung in der Domstadt

Wurzen. Die neuen Produktionsstätten der Gea Klima- und Filtertechnik werden Ende August in Betrieb gehen. Dann soll von Wurzen aus ganz Europa beliefert werden können. Es wird geschuftet an der Lüptitzer Straße. Der Rohbau der neuen Halle, die die Gea Klima- und Filtertechnik auf dem Gelände des ehemaligen Motorenwerkes errichtet, steht bereits. Ende August soll hier die Produktion anlaufen. Damit verbunden ist nicht nur eine einfache Erweiterung des Wurzener Werkes. Es ist eine Neuausrichtung des Deutschland- und Europageschäfts in diesem Teilbereich des Mutterkonzerns.
In der Domstadt werden bisher Komponenten für Klimaanlagen hergestellt. Nun soll das Portfolio erweitert werden. Nach der Erweiterung können im hiesigen Werk auch komplette Klimaanlagen gefertigt werden, die für die Kunden am gewünschten Ort zusammengesetzt werden. Die Bündelung am Standort Wurzen spart vor allem Kosten bei der Logistik, wie es von Unternehmensseite heißt.
Grund für diesen Schritt ist das Bemühen des Gesamtkonzerns, seine rund 300 Teilgesellschaften stark zu reduzieren. 150 sollen es in Zukunft nur noch sein. Dieser neuen Strategie fällt das Wurzener Pendant im österreichischen Gaspoltshofen zum Opfer. Die dortige Produktion, die die Gea Klimatechnik Produktions GmbH unterhielt, lief am 31. Dezember aus. 165 Arbeitnehmer wurden entlassen. Auch für die Gemeinde war es ein herber Schlag. Mit rund 220000 Euro trug die Gea dort rund ein Fünftel zum gesamten Steueraufkommen bei, wie österreichische Medien schrieben. Die Schließung kam überraschend, da noch vor wenigen Jahren dort die Produktion modernisiert worden war.
Dirk Schlichting, Marketingleiter der Gea-Sparte Heat Exchangers, zu denen auch die Klimatechnik gehört, begründet die Stärkung des Wurzener Standortes in erster Linie mit logistischen Argumenten. Bisher hat Wurzen vor allem die Märkte Deutschland, Polen und die Niederlande bedient. In Zukunft will man sich stärker auf Osteuropa konzentrieren, wie Schlichting sagt: "Die Lage in Wurzen ist dafür optimal. Das dortige Werk liegt zentral in Europa. Von hier aus können sowohl ganz Deutschland und Westeuropa als auch der Osten problemlos beliefert werden."
Bisher liegen die Bauarbeiten für die Erweiterung der Produktionsstätten im Zeitplan, obwohl der harte Winter den Start verzögerte. "Wir gehen davon aus, dass wir den Termin im August halten können", sagt Schlichting. Wie viele zusätzliche Mitarbeiter aufgrund der nun größeren Produktion eingestellt werden, konnte der Gea-Marketingleiter allerdings nicht genau sagen. Bisher war immer von rund 100 neuen Kräften die Rede. "Wir beschäftigen bisher etwa 350 Mitarbeiter in Wurzen. Diese Zahl werden wir spürbar aufstocken."
Kai Kollenberg

Blick in die neue Halle: Die Gea Klima- und Filtertechnik wird seine Produktion auf dem Gelände des ehemaligen Motorenwerkes erweitern. Foto: Klaus Peschel

Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2011



erstellt: 23. 05. 2011