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St. Wenceslai
Aktuelles
Standortinitiative will Aufbruchstimmung nutzen
Vorsitzender Ulrich Heß schlägt neue Strukturen fürs Stadtmarketing vor / "Spätschicht" geplant
Wurzen (kol). Die Standortinitiative will die Aufbruchstimmung des vergangenen Jahres nutzen, um 2011 die Wirtschaft Wurzens zu stärken. Das sagte der Vorsitzende des Verein, Ulrich Heß, bei einem Gespräch mit dieser Zeitung. Er bezog sich dabei vor allem auf die Gesprächsrunde zur Innenstadtentwicklung in der vergangenen Woche. "So eine gute Veranstaltung hatten wir seit zwei Jahren nicht mehr", sagte Heß. Es habe sich dabei gezeigt, dass die AG Innenstadt den Zusammenhalt und das Engagement der Händler gestärkt habe.
Dennoch gebe es seines Erachtens bestimmte Dinge, auf die man in Zukunft setzen müsste, um positive Veränderungen voranzutreiben. So müssten die Händler ihre Potenziale noch stärker nutzen. Die Arbeit der Stadtmarketingkoordinatorin Katrin Hussock habe diese gut vernetzt. Darauf müsse nun aufgebaut werden. "Die Initiative legt großen Wert darauf, dass Stadtmarketing aber nur mit entsprechenden Personen und Potenzialen möglich ist", sagte Heß. So könne die Verwaltung etwa überlegen, ob sie nicht die Struktur des Stadtmarketings ändert und es in eine Genossenschaft oder eine gemeinnützige GmbH überführt. "Dabei müsste man aber überlegen, wie man auf vernünftige Weise die Potenziale der Stadt nutzen kann", sagte Heß. Schließlich habe diese im Bereich der Stadtentwicklung eigene Kompetenzen. Gerade eine Art Quartiersmanagement hält der Vorsitzende der Standortinitiative für unumgänglich, um der Innenstadt einen neuen Anschub zu geben.
Doch auch der Verein will in diesem Jahr mit Aktionen den Industriestandort Wurzen präsentieren. So ist etwa geplant, dass die Initiative Anfang September eine Veranstaltung unter dem Motto "Spätschicht" in der World Resources Company verwirklicht. Dabei soll der Frage nachgegangen, was Wurzen mit den USA verbindet. Das Schicksal des ehemaligen Bürgermeisters Schmidt, der im 19. Jahrhundert in die Vereinigten Staaten flüchten musste, bildet dabei den Rahmen. Zudem wird das Westsächsische Symphonieorchester dann Songs bekannter US-amerikanischer Komponisten wie Gershwin aufführen. Ein Wurzener Künstler, der lange Zeit in den Staaten lebte und nun in Baden-Württemberg heimisch ist, wird von den Klängen inspiriert ein Bild malen.
Einen eigenen Beitrag zum Festwochenende plant die Standortinitiative aber nicht. Die Idee, die Schiemannbahn durch Wurzen wieder aufstehen zu lassen, musste aufgrund der Kosten verworfen werden. Dieses Vorhaben hätte den Verein rund 150000 Euro gekostet. "Wir haben daher unsere Mitglieder gebeten, etwa am Umzug teilzunehmen", sagte Heß.
Leipziger Volkszeitung vom 3.2.2011
erstellt: 07. 02. 2011
