Strukturen schaffen und näher zusammen rücken

Strukturen schaffen und näher zusammen rücken

Interview mit Ralf Feja vom Sportvereins-Kompetenzzentrum des 1. VSV Wurzen

Wurzen. Seit reichlich einem Jahr gibt es das Sportvereins-Kompetenzzentrum mit Sitz in Wurzen. Die LVZ sprach mit dem Zentrums-Leiter und zugleich erstem Vorsitzenden des Kreisvorstandes Volleyball Landkreis Leipzig sowie Vorsitzenden des 1. Volleyball Sportvereins Wurzen e.V. Ralf Feja.

Mit welcher Maßgabe wurde das Zentrum im November 2009 ins Leben gerufen?                        Unser Ziel ist es, das Zentrum sowohl zum Dreh- und Angelpunkt für die Vereine in und um Wurzen als auch zu deren Bindeglied zu entwickeln. Erfahrungen auf diesem Gebiet gibt es unseres Wissens nach so gut wie keine, wir haben also mehr oder weniger eine Vorreiterrolle inne. Fakt ist jedoch, dass die Vereine Unterstützung benötigen, dass die Anforderungen im Ehrenamt stetig steigen und es deshalb wichtig ist, die Kommunikation an der Basis zu verbessern und zu effektivieren. Wir wollen Ressourcen aufspüren und für die Vereine nutzbar machen und dabei helfen, dass sich Ehrenamtler künftig nicht in Verwaltungsaufgaben erschöpfen, sondern wieder mehr Zeit dafür haben, sich um den Sport als ihr Hauptanliegen zu kümmern.

Wie steht es um das Verhältnis zum Kreissportbund und den kommunalen Sportämtern?             Wir sehen uns als Ergänzung zu diesen Dienstleistern und setzten auf eine konstruktive Zusammenarbeit. Zudem ist unser Ansatzpunkt ein anderer, da es sich eben um ein Konstrukt handelt, welches Dank der Unterstützung des Kommunalen Jobcenters Landkreis Leipzig und des 1. Volleyball Sportvereins Wurzen zu Stande kam. Um ein Beispiel zu nennen: Wenn ein Ruderverein erkennt, dass eines seiner Mitglieder nie und nimmer ein guter Ruderer wird, aber das Zeug zu einem passablen Boxer hat, dann muss er wissen, an welchen Ansprechpartner er sich wenden kann. Deshalb suchen wir den unbedingten Schulterschluss mit allen Unterstützern des Sports.

Wie müssen sich die Vereine auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen?                              Gebot der Stunde ist es, Strukturen zu straffen. Sprich die Vereine müssen schauen, dass sie unter einen Hut kommen, denn nicht jeder wird sich de facto in seiner jetzigen Ausrichtung halten lassen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Fördermittel künftig eher schrumpfen, statt reichlicher zu fließen. Gestraffte Strukturen ermöglichen in der Endkonsequenz rentableres Arbeiten und eine bessere Personalsituation und können für anteilig mehr Sportlerinnen und Sportler vorgehalten werden. Darüber hinaus ist es für die Vereine überlebenswichtig, sich nach anderen Geldgebern umzuschauen und ihre Angebote wirsam zu erweitern. Auf der anderen Seite sehe ich es als eine Aufgabe, gegen die auch in unserem Bereich ausufernde Bürokratie Stellung zu beziehen und der Politik klar zu machen, dass diese negative Entwicklung fatale Auswirkungen auf die Bereitschaft der Menschen hat, sich ehrenamtlich zu engagieren. Vieles, was sicher gut gedacht war, verfehlt vorsichtig ausgedrückt seine Wirkung.  Interview: Roger Dietze

Kontakt und weitere Informationen unter Telefon 03425 927858

 

Leipziger Volkszeitung vom 8./9.1.2011



erstellt: 24. 01. 2011