VR-Bank Muldental

VR-Bank Muldental
Ausgezeichnetes Geschäftsjahr trotz der Krise
Muldental (hei). Jörg Grundig sorgte für ein Raunen im Saal. Die Berichte der beiden Vorstände seien sehr unterschiedlich ausgefallen, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende der Volks- und Raiffeisenbank Muldental gegen Ende der Vertreterversammlung der Genossenschaftsbank. Frank Seewald sei für das Licht zuständig gewesen, Hans-Josef Nink für die Finsternis. Positiv registrierten die Vertreter, dass Seewald über die Lage der Bank gesprochen und dabei das Geschäftsjahr 2009 als ein "ausgezeichnetes" bezeichnet hatte.
Die Kundeneinlagen gegenüber dem Vorjahr von 268 auf 281 Millionen erhöht, mehr Neukredite ausgereicht, das Betriebsergebnis auf 4,9 Millionen Euro und 1,49 Prozent vom Umsatz geschraubt - bei all den positiven Nachrichten tat es Seewald nicht weh, dass die Bank 2009 immerhin 890 000 Euro an Steuern abzuführen hatte. "Die Krise hat uns eher genutzt als geschadet", stellte er fest. Die Kunden hätten die sicheren Anlagen der VR-Bank zu schätzen gewusst. Die entscheidende Botschaft löste spontanen Beifall der Versammlungsteilnehmer aus. Sämtliche Sanierungsverpflichtungen - im Jahr 2004 standen immerhin 41,7 Millionen Euro zu Buche, die aus Wurzener Bank und Volksbank Grimma fusionierte Bank war in schwerem Fahrwasser - seien 2009 abgearbeitet worden, so Seewald. Da er zudem auch für 2010 ein Ergebnis etwa auf Vorjahresniveau erwartete, fiel es ihm nicht schwer, die Auszahlung einer Dividende in Höhe von 4,5 Prozent vorzuschlagen, die von den Vertretern auch beschlossen wurde. Genauso einstimmig, wie Entlastungen erfolgten und Personalien abgearbeitet wurden. Grundig (Kühren) und Matthias Spalteholz (Bennewitz) wurden wieder in den Aufsichtsrat gewählt, Steffen Kayser (Grimma) ist neu in dem Gremium, das von sieben auf sechs Mitglieder reduziert wurde. Michael Blümel und Hubertus Letzner schieden auf eigenen Wunsch beziehungsweise altersbedingt aus.
Deutlich weniger optimistisch fielen die Ausführungen von Nink aus. Er schilderte die gesamtwirtschaftliche Lage und ging dabei ein auf den rapiden Anstieg der Staatsverschuldung weltweit, auf die Sorge wegen Inflation, auf die Schwäche des Euros und die von vielen gestellte Frage, was in dieser Situation mit dem Ersparten gemacht werden solle. Die Leistungsversprechen des Staates seien nicht gedeckt, monierte der Bankvorstand und forderte nachdrücklich politischen Willen ein, auf die Schuldenbremse zu treten. Das Sparpaket der Bundesregierung sei der Versuch eines ersten Schrittes, ab noch kein großer Wurf. Etwas Positives hatte Nink jedoch auch zu verkünden: "Die Konjunktur erholt sich."
LVZ vom 11.6.2010

erstellt: 15. 06. 2010