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Herbstgeflüster wird Stadtgespräch
Wurzener Händler stemmen Fest aus eigener Kraft /Positive Resonanz bei Akteuren und Gästen
Wurzen. Herbstgeflüster nannten die Wurzener Händler, was sie nach dem Sturm der Entrüstung über die kurzfristigen Absage der Kürbisfiesta aus eigener Kraft stemmten. Lediglich ein leises Wispern aber war das Fest in der Innenstadt keinesfalls. Vielmehr war ein frischer Wind zu spüren, der sowohl bei Akteuren als auch Gästen ankam.
Die Wurzener Händler hatten nach der kurzfristigen Absage der Kürbis-Fiesta durch das Veranstalterteam „Die Vier" den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern versucht, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Zu viel war schon vorbereitet worden. Jeder, der sich ins Programm einklinken wollte, hatte seine Ideen und wartete nur auf das Signal des Veranstalters. Das kam, aber anders als erwartet. Denn zehn Tage vor dem Fest zogen sich „Die Vier" zurück und überließen die Händler und das herbstliche Fest in der Innenstadt sich selbst (die LVZ berichtete).
Das sei zunächst schon ein Schlag gewesen, räumen die Gewerbetreibenden ein. Nur zehn Tage Zeit, sich um Musik, Versorgung und alles zu kümmern, was zu so einem Fest gehört, sei eine Herausforderung gewesen. Vielleicht setzten „Jetzt-Erst-Recht"-Emotionen Kräfte frei. Denn fest steht: Die Händler und alle, die sich in die Vorbereitungen einklinkten, haben die Hürde genommen. Bereits beim musikalischen Auftakt am Sonnabend zeigte sich, dass die Initiative bei den Wurzenern ankommt. Mit Elektro van Tee sorgte eine heimische Band für den musikalischen Rahmen. „Es waren sogar Besucher hier, die zufällig vorbeikamen und blieben, weil sie das gesamte Ambiente mit der herbstlichen Dekoration und den Lichtern so toll fanden", erzählte Katja Reißig. Sie betreute am Sonntag gleich zwei Stände und sprang bei den Offerten auf dem Markt sozusagen für die Kräuterfee ein. Die nämlich hatte vor ihrem Laden den Tisch gedeckt. „Für den Seniorenchor", verriet sie, wer wenig später unter freiem Himmel tafeln sollte. Nebenan versuchten sich Kinder beim Kekse backen. Das war der passende Ausgleich zu den rasanten Spielen, zu denen das Jugendhaus Kijuwu die jüngsten Festgäste einlud. Besucher, die dem Spielalter entwachsen waren, genossen den herrlichen Herbsttag und das stimmungsvolle Ambiente auf dem Markt.
Sie kosteten beim Schuhhändler Kürbisbowle oder holten sich durch die Modenschauen sowohl in der Lutherstraße als auch in der Jacobsgasse Tipps fürs Outfit der Saison. Selbst Kürbisse fehlten nicht auf dem Markt. Es waren nicht die Kolosse, die in den vergangenen Jahren für Erstaunen gesorgt hatten. Dafür aber gab es Vielfalt in Form und Farbe. Die entspannten Gesichter von Gästen und Akteuren machten deutlich, dass „Klein, aber Oho" ankam und ließen das Herbstgeflüster zum positiven Stadtgespräch werden.
Conny Hanspach
LVZ/Muldentalzeitung vom 29.09.2009, S. 17
erstellt: 30. 09. 2009
