Landgut lockt mit Landleben

Landgut lockt mit Landleben

Nemt/Dehnitz (ch). Um Land zu sehen fuhren gestern Hunderte aufs Land. Nemt und Dehnitz waren Ziel all derer, die sich für Landwirtschaft interessieren, die Produkte kosten und kaufen oder einfach mal den Landwirtschaftsminister sehen wollten. Denn der gab hier den offiziellen Startschuss für den „Tag des offenen Hofes" in Sachsen und lud zugleich ein, den überregionalen „Tag der Milch" zu feiern.

4.000 Gäste zählten die Veranstalter am Schluss. Schauen, Kaufen, Kosten Schmecken war angesagt. Mit der Beauftragung der Wurzener Landwirte, den Tag des Offenen Hofes für Sachsen zu eröffnen, wurden die Leistungen der Mannschaft um Rene und Karsten Döbelt gewürdigt. Der Vorstand der Standortinitiative Wurzen e.V., in der die Unternehmensgruppe Mitglied ist, schloss sich mit einem großen Sommerblumenstrauß dieser Würdigung an.

 


 

Mit dörflicher Beschaulichkeit war es gestern in Nemt und Dehnitz vorbei. Die Straßenränder waren von parkenden Autos gesäumt, die Parkflächen zudem gut gefüllt. Menschenmassen schlenderten in beiden Betriebsteilen des Landgutes Nemt durch die Ausstellungsflächen, genossen Kulturprogramm oder Angebote an den Ständen. Die Gäste nahmen die Einladungen zu Führungen durch den Betrieb an, sahen sich in Molkerei und Bäckerei um oder gingen mit den schwarz-weißen Rindviechern auf Du und Du. Zum mittlerweile zwölften Mal lud das Unternehmen zum Hoffest ein. Wenngleich aufgrund des zentralen Auftakts ein paar Anbieter mehr ins Boot geholt werden konnten - unter anderem präsentierten sich im Rahmen des Milchtages vier sächsische Molkereien - hatten die Organisatoren nicht versucht, mit Außergewöhnlichem zu glänzen. Vielmehr setzten sie auf Bewährtes. Und das kam an.


Wer an Daten interessiert war, erfuhr bei Betriebsführungen durch Ställe und Fluren, Zahlen und Fakten. Wer eher auf das lockere Gespräch setzte, war bei den Mitarbeitern oder aber bei den beiden Königinnen richtig. Antje I., amtierende Erntekönigin des Freistaates, und Dominique Liebers, Sachsens Milchkönigin, feierten mit und wollten gern Fragen beantworten. Das Angebot der beiden ergänzten Infostände der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und des Landeskontrollverbandes.


Doch auch wer nicht gezielt zum Thema Landwirtschaft reden, sondern Landwirtschaft auf besondere Weise genießen wollte, sammelte jede Menge Eindrücke. Männer bestaunten große Traktoren. Wer wollte, hatte sogar die Gelegenheit, sich im Geschicklichkeitsfahren zu testen. Frauen stöberten auf dem Bauernmarkt. Kinder tobten auf der Hüpfburg aus Heu, schwangen sich in den Ponysattel oder versuchten mit den Kälbchen zu kuscheln. Beim Rundgang durch die Stallanlagen wurden die Dimensionen moderner Landwirtschaft deutlich. Kulturgenuss lieferten die Tanzperlen des Zschopautales, die Kinder der Kührener Kita „Rüsselchen", der Macherner Kammerchor und der Männerchor Nemt. Das Fest gefiel. Das Wetter nach dem verregneten, kalten Sonnabend ebenso. Conny Hanspach/Ergänzungen U. Heß


LVZ/Muldentaler Zeitung vom 08.06.2009, S. 21 



erstellt: 18. 06. 2009