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14 Händler haben sich entschieden
Beitritt zur Standortinitiative weiter in DiskussionWurzen. In diskussionsfreudiger, streitbarer Atmosphäre fand Montagabend in der Parkhütte das achte Treffen von Händlern und Gewerbetreibenden zur Innenstadtbelebung statt. Besondere Brisanz steckte unerwartet im Tagesordnungspunkt 5: Formalorganisation der Händler.
Wolfgang Gloger, Mitglied der AG Innenstadt der Standortinitiative Wurzen (SiW) und Moderator auch des achten Händlertreffs, erinnerte noch einmal an die auf dem vorigen Treffen besprochenen Details zur Formalorganisation der Händler. Ein formaler Zusammenschluss sei notwendig, um den organisatorischen Aufwand Einzelner zu verringern und gemeinsame Aktionen und Projekte besser planen und finanzieren zu können. Mit der AG Innenstadt bei der SIW gäbe es eine Organisationsform, in der sich die Innenstadthändler zusammenfinden könnten. Der laut SiW-Satzung zu entrichtende Mitgliedsbeitrag je mittelständischem Unternehmen stünde ausschließlich für Projekte bereit, die der Innenstadt und den Händlern zugute kämen. In der weiteren Diskussion wiederholten Wolfgang Gloger und Stadtmarketingkoordinatorin Katrin Hussock grundsätzliche Argumentationen über den Vorteil dieser Organisationsform, die sie bereits auf dem vorhergehenden Treffen vorgetragen hatten.
Wider Erwarten, und damit erhielt der beinahe als Formalie gehandelte Tagesordnungspunkt seine Brisanz, entzündete sich die Diskussion an der Höhe des Mitgliedsbeitrages. Einige Teilnehmer der Runde hielten den Jahres-Obolus von 100 Euro je Firma einerseits für zu hoch bemessen und hegten andererseits die Befürchtung, dass „Trittbrettfahrer" unter ihren Kollegen unberechtigten Nutzen zögen. Vielleicht sollte man mit 50 Euro beginnen und sehen, was mit diesem Geld zu bewirken sei, hieß es zum Beispiel. Oder: „Wir sind die Dummen, die bezahlen, und die anderen nehmen die Vorteile so mit."
Während Katrin Hussock einräumte, die Gefahr sogenannter Trittbrettfahrer sei nie ganz auszuschließen, mühte sich Wolfgang Gloger ein weiteres Mal zu überzeugen, dass die 100 Euro, auf den Monat berechnet, nicht überzogen seien und ohnehin von den Händlern investiert werden müssten. „Der Vorteil des Mitgliedsbeitrages liegt aber vor allem in der besseren Logistik bei der Buchhaltung."
Zwischendurch driftete die Diskussion in die Richtung ab, warum man überhaupt Mitglied der SIW werden solle. „Der einzelne Händler bleibt dort auf der Strecke. Es muss jemand da sein, der sich um uns kümmert." Wolfgang Gloger, immer noch unerschütterlich ruhig, antwortete: „Es wird keiner gezwungen, Mitglied der AG Innenstadt bei der SIW zu werden", um nochmals auf die Netzwerke und Erfahrungen des SIW hinzuweisen, die die Händler dann zum Nulltarif in Anspruch nehmen könnten.
Katja Reißig trug mit einem Positivfakt zur Debatte bei: Bisher hätten 14 Händler ihren Aufnahmeantrag für den Beitritt zur AG Innenstadt abgegeben. Die übrigen haben nun Zeit, bis zum nächsten Treff zu überlegen, ob sie diesem Schritt folgen wollen. Wulf Skaun
LVZ/Muldentalzeitung vom 17.06.2009, S. 19
erstellt: 18. 06. 2009
