Interesse für Technik steigt wieder

Interesse für Technik steigt wieder

21 Firmen stellen sich auf der achten Berufsmesse der Pestalozzi-Mittelschule vor
Wurzen (ch). Technische Berufe scheinen bei den Jugendlichen wieder weiter oben auf der Rangliste der beliebtesten Arbeitsfelder zu rangieren. Zumindest brauchten einschlägige Unternehmen, die sich auf der Berufsmesse der Pestalozzimittelschule präsentierten, über mangelndes Interesse nicht klagen.
21 Firmen, überwiegend aus der Region, stellten am Mittwoch in der Wurzener Mittelschule Ausbildungsberufe vor. Vom Friseur bis zum Baggerfahrer, vom Finanzkaufmann bis zur Krankenschwester - die Vielfalt vorgestellter Ausbildungen war enorm. Zum achten Mal hatten Jugendliche Gelegenheit, diese gebündelte Offerte zu nutzen. Und sie machten regen Gebrauch davon.
Überwiegend suchten Schüler der achten und neunten Klassen das Gespräch mit den Vertretern der Betriebe. Die hatten nicht selten Azubis dabei, die den Interessierten von eigenen Erfahrungen rund um Bewerbung und Berufswahl erzählten. So gehörten die Lehrlinge Christian Janz und Hannes Lickfeld zum Team der Emde Industrietechnik GmbH. Hannes hatte durch Freunde Einblicke von den Aufgaben, die ein Konstruktionsmechaniker erfüllen muss, bekommen. Ein Praktikum bei Emde festigte den Entschluss. Auch Christian hatte den Betrieb vor der Bewerbung durch ein Praktikum kennen gelernt. Die beiden Jugendlichen rieten zur Schülerarbeit. Meist haben Bewerber, die sich in den Unternehmen bereits praktisch vorgestellt haben, einen Vorteil. „Wer zupacken kann, der kann damit die eine oder andere nicht so gute Note ausgleichen", sagten sie.
Rechtzeitiges Anmelden sichere aber auch bei den Praktika die besten Plätze. Darauf wies Stephan Geier von der World Ressources Company Wurzen eindringlich hin. „Auch bei uns kann Ferienarbeit geleistet werden", erklärte Winfried Petzold vom Nemter Landgut. Landwirt zu werden, stünde bei der Jugend nicht so hoch im Kurs. Es sei schwierig, geeignete Lehrlinge zu finden. „Am günstigsten ist es, wenn die Jugendlichen schon mit Landwirtschaft konfrontiert waren. Doch wo gibt es das heute noch?", fragte Petzold und räumte ein, während der Berufsmesse nicht so oft angesprochen worden zu sein.
Da hatte Dietmar Allig vom Wohnartteam Wurzen schon mehr zu erklären. Möbeltischler bildet er aus. Da sein Unternehmen auch individuelle Kundenwünsche erfüllt, müssten die Azubis kreativ sein. Dietmar Allig präsentierte sich erstmals auf der Berufsmesse und war mit der Resonanz zufrieden.
Als Erfolg verbuchte auch Lehrerin Ute Jando, verantwortlich für die Organisation der Messe, den Abend. „Nicht nur Schüler und Eltern kommen mit konkreteren Vorstellungen, auch die Unternehmen haben sich in der Art ihrer Präsentation entwickelt", sagte sie.

Leipziger Volkseitung, 14.11.2008



erstellt: 18. 11. 2008