1249 Gäste sehen Industrie-Schau

1249 Gäste sehen Industrie-Schau

© Leipziger Volkszeitung vom 13.11.2008
Besucher vermissen einige Branchen und Betriebe / Standortinitiative produziert CD
Wurzen.
"Im besten Fall haben wir mit 1200 Besuchern gerechnet. Gekommen sind 1249 Gäste." Ulrich Heß zeigte sich mit der Resonanz der Ausstellung "Industrie in Wurzen. Gestern, heute, morgen" zufrieden, die vom 27. September bis 7. November in der Wenceslaikirche zu sehen war. Ganz ohne Kritik blieb die Schau gleichwohl nicht.

 Der Vorsitzende der Standortinitiative Wurzen (SiW) und Matthis Hühn, Chef von Hoffmann Fördertechnik, dürfen als die Ideengeber der Exposition gelten, die allerdings ohne die Hilfe des Fördervereins Stadtkirche und das Mittun von Unternehmen und Privatleuten nicht zustande gekommen wäre. "Die Industrie-Schau bildete mit veränderter Zielstellung ein Stück Fortschreibung und Erweiterung jener Schau, die im Herbst 2004 im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Teppichfabrik über die Bühne ging", so Heß. Damals hieß es "Abschied von der Teppichfabrik - Ankunft in der Industriestadt Wurzen". Eine Exposition, die unter anderem mit Hilfe künstlerischer Fotografie auf die Industrie der Stadt hinwies. Diesmal wurde es konkreter. 16 Unternehmen stellten sich in Wort, Bild und mit Exponaten vor. Wie ein Blick in das Gästebuch zeigt, schauten nicht nur hiesige Interessenten vorbei. Gäste aus Leipzig informierten sich ebenso wie Pilger und Wanderer, die die Stadtkirche als Etappenziel gewählt hatten. Hinzu kamen etwa 300 Schüler und prominente Besucher. Beispielsweise Vertreter der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte aus Frankfurt/M., der Chef der Kulturstiftung Sachsens, Ralph Lindner, und der Leiter des Industriemuseums Chemnitz, Jörg Feldkamp. Die Schüler seien die wichtigste Zielgruppe für die Schau gewesen, sagte Heß, der allerdings von den jungen Leuten ein bisschen mehr Echo erwartet hatte. "Wir wollen die Jugendlichen im März kommenden Jahres im Rahmen der sachsenweit stattfindenden 'Woche der Unternehmen' gemeinsam mit Schulen und Firmen noch einmal verstärkt ansprechen."

 Einige Besucher vermissten in der Schau einstige und derzeit in Wurzen bekannte Firmen. Ulrich Heß dazu: "Ich hätte mir auch gewünscht, dass beispielsweise die Schütz-Maschinenfabrik, die spätere Mafa, genauso eine Rolle gespielt hätte oder das einstige Drahtseilwerk sowie die Branchen Tapeten- und Papierherstellung." Doch für die ehrenamtlich tätigen Organisatoren seien Aufwand und Recherche nicht leistbar gewesen. Kein Interesse gezeigt, trotz mehrerer, rechtzeitiger Anfragen, hätten die Nahrungsmittel GmbH, die Dauerbackwaren GmbH, die SBf Spezialleuchtenbau GmbH und die Pneumatik- und Behälterbau Wurzen, ist Heß durchaus enttäuscht.

Besucher der Schau spendeten über 800 Euro für den Förderverein der Stadtkirche. Die SiW plant die Produktion einer CD über die Ausstellung und Ausbildungsmöglichkeiten hiesiger Betriebe, die an die Schulen gehen sollen.

Die Schau wird in Teilen im Dezember in Nerchau zu sehen sein. 2009 unter anderem im Wurzener Gymnasium, in Böhlen und in Chemnitz, wahrscheinlich auch in Borna.

Drago Bock

SiW-Chef Ulrich Heß: Trotz mehrerer Anfragen haben einige Unternehmen kein Interesse gezeigt.



erstellt: 17. 11. 2008