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Wir schaffen die 1000
© Leipziger Volkszeitung vom 28.10.2008
750. Besucher bei Industrie-Schau begrüßt / Expo-Macher: Kein Problem mit Schiemann-Rad
Wurzen. Am Wochenende konnten die Ausstellungsmacher der Schau "Industrie in Wurzen: Gestern-Heute-Morgen" in der Stadtkirche St. Wenceslai den 750. Gast begrüßen. Monika Knorr aus Bennewitz freute sich über ein Blumensträußchen, das sie am Sonnabend als Jubiläumsbesucher überreicht bekam. Natürlich warf auch sie einen schmunzelnden Blick auf das möglicherweise "entzauberte" Rad der legendären Schiemann-Bahn (die LVZ berichtete).
Die Ausstellung geht in seine letzte Runde. Noch bis zum 7. November können Besucher in die Vergangenheit der Wurzener Industrie eintauchen. Ulrich Heß, Mit-Organisator und Chef der Standortinitiative Wurzen (SiW), ist mit der bisherigen Resonanz des Publikums zufrieden. "Wir haben bislang nicht nur Gäste aus der nahen Umgebung angelockt. Auch die Leipziger kommen und informieren sich." Heß ist sich sicher, dass die Schau in ihren letzten Tagen die 1000-Besucher-Grenze noch durchbrechen wird. "Wir schaffen die 1000."
Am Donnerstag hat sich der Chef des Chemnitzer Industriemuseums, Jörg Feldkamp, angekündigt. Die hiesigen Ausstellungsmacher wollen mit Feldkamp darüber verhandeln, ob die Exposition auch in Chemnitz gezeigt werden kann. Überdies interessiert sich die Regionalgruppe Leipzig des Bundesverbandes der mitteldeutschen Wirtschaft für die Schau. "Im Zuge des Wirtschaftstages des Landkreises Leipzig werden unsere Exponate im März kommenden Jahres zwei bis drei Wochen in Böhlen zu sein sein", verrät Ulrich Heß. Eine Ausstellungswiederholung ist zudem im Wurzener Gymnasium geplant. Schließlich bestehen Ideen, sich auch in Colditz und Borna zu präsentieren.
"Nicht überrascht" zeigte sich Heß im Zusammenhang mit den ergänzenden Erkenntnissen rund um das in der Schau gezeigte vermeintliche Rad der Schiemann-Bahn, die Eberhard Leipnitz äußerte (die LVZ berichtete in der Sonnabend-Ausgabe). "Nein, ich fühle mich nicht auf den Arm genommen", so Heß. "Wir können für die Exponate nicht teure Herkunftsuntersuchungen bezahlen. Es handelt sich schließlich nicht um eine Dauerausstellung." Das Rad sei definitiv ein historisches Stück. Bei Exponaten, die uns die Bürger bringen, gehe es mehr um den Erinnerungswert. "Auf dem Schild, das das Rad in der Ausstellung erklärt, wird schließlich auch nur ine Vermutung geäußert, dass es sich um ein Rad der legendären Bahn handelt", so Ulrich Heß.
Eberhard Leipnitz geht davon aus, dass das ausgestellte Rad zu einem Bauwagen gehört, der seit Jahrzehnten in seinem Grethener Anwesen stand. Der Bauwagen stamme aus der Zeit um 1905. Damals rollte auch die Schiemann-Bahn durch Wurzen.
Drago Bock
Die Schau ist außer montags bis 7. 11. 14 bis 17 Uhr geöffnet, auch am Reformationstag
erstellt: 28. 10. 2008
