Die Ausstellung ist ein Glücksfall

Die Ausstellung ist ein Glücksfall

© Leipziger Volkszeitung vom 04.10.2008
Prominente Unternehmenshistoriker zeigen sich von Industrieschau beeindruckt
Wurzen
(ws). Die am vergangenen Sonnabend eröffnete Ausstellung "Industrie in Wurzen. Gestern - heute - morgen" findet über die Stadtgrenzen hinaus große Beachtung. Auf Einladung der Standortinitiative Wurzen (SiW) besuchte jetzt der Arbeitskreis "Kleine und mittlere Unternehmen" der bundesweiten Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GuG) die Exposition in St. Wenceslai. SiW-Chef Ulrich Heß, Art & Economic History Management, der die Schau inhaltlich konzipiert und umgesetzt hat, gab den Gästen einen Einblick in die Vor-Ort-Situation. Die Unternehmer, Archivare und Unternehmenshistoriker, die dem 2005 gegründeten Arbeitskreis angehören, zeigten sich sehr überrascht über die in der Ausstellung dokumentierte Leistungsfähigkeit der mittelständischen Industrie Wurzens. Werner Plumpe, Professor an der Goethe-Universität Frankfurt/Main, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der GuG und Vorsitzender des Arbeitskreises, hob vor allem auch die Bereitschaft und das Interesse der Unternehmer heraus, sich mit der eigenen Geschichte zu beschäftigen und daraus Anregungen für die unternehmerische Arbeit zu schöpfen. "Es ist ein Glücksfall, dass die Ausstellung in einer solchen Dichte Kontinuität und Kontinuitätsbrüche in der Geschichte dieser ostdeutschen Unternehmen erfahrbar macht." Plumpe bezeichnete die Exposition als Lehrbeispiel dafür, wie die Unternehmer der Stadt in den fast zwei Jahrzehnten seit der Wiedervereinigung die Traditionen der sächsischen Unternehmer wieder aufgenommen und weitergeführt haben und weiter führen.
Nach dem Besuch der Ausstellung hatten die Gäste Gelegenheit, sich im Schloss Wurzen mit Unternehmern der Stadt über das Gesehene und verschiedene Erfahrungen in der unternehmerischen Arbeit auszutauschen. Michael Junker, Geschäftsführer der GEA Klima- und Filtertechnik, erklärte, er und seine Wurzener Kollegen seien sehr erfreut über diese Möglichkeit, mit anderen Unternehmern und Unternehmenshistorikern ins Gespräch zu kommen. "Der Blick von außen ermöglicht es, das Geleistete und in dieser Ausstellung Gezeigte noch genauer zu werten und noch höher zu schätzen."
Der Arbeitskreis hielt seine Jahrestagung in Leipzig ab. Beschlossen wurde sie mit einem Besuch der Familie von Carlowitz in Heyda. Dort gab der Hausherr einen Einblick in ein Jahrtausend Familiengeschichte und in die erfolgreiche Entwicklung des Agrarbetriebes.



erstellt: 04. 10. 2008